Kurzinformationen zu den Exkursionen während der Bundestagung

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Erläuterungen der Exkursionsinhalte

Exkursion A       Revier Eibenstock – Entwicklung von Dauerwaldstrukturen im Forstbezirk Eibenstock – 25 Jahre intensiver Waldumbau, Vorratspflege und konsequente Jagdstrategie.

Die Exkursion zeigt den Beginn einer Entwicklung vom Fichten dominierten Altersklassenwald im ehemaligen Staatsjagdgebiet zum strukturreichen Mischwald. Im Mittelpunkt steht dabei die Wiedereinbringung der Weißtanne im Rahmen des Waldumbaus. Heute gibt es nur noch ca. 2000 Altbäume im Freistaat Sachsen. Sie steht auf der Roten Liste der bedrohten Pflanzen. Noch im16. Jahrhundert war jeder 3. Baum im Erzgebirge eine Weißtanne. Intensiver Bergbau, Kahlschlagwirtschaft und Luftverschmutzungen sorgten für einen drastischen Rückgang der Baumart. Die Weißtanne besitzt viele wertvolle Eigenschaften, die auch im Klimawandel aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen von Bedeutung sind. Im Forstbezirk Eibenstock wurden seit 1990 insgesamt 1300 ha Weißtanne (6,5%) begründet. Es sind deshalb vielfältige Erfahrungen im Jagdmanagement sowie der Einbringung dieser Baumart vorhanden.

Diskutiert werden vor allem Strategien zur Herstellung waldfreundlicher Schalenwildbestände und Methoden zur Wiedereinbringung der Weißtanne. Aber auch ihre Standortsansprüche, die Mischungsformen mit anderen Baumarten und der Aufbau tannenfreundlicher Waldstrukturen werden erörtert. Die Themenvielfalt beinhaltet ebenso Naturschutzaspekte, Wertholzerzeugung und technologische Anforderungen. Der Exkursionsteilnehmer sieht vielfältige Waldbilder mit Weißtanne in Mischung mit Rotbuche, Fichte und Bergahorn.

Exkursion B        Revier Zöblitz – Umbau von Fichtenreinbeständen in Mischwälder von den Anfängen naturgemäßer Waldwirtschaft durch Hermann Graser bis zur Gegenwart.

Die Exkursion beginnt mit historischen Waldbildern über erste Versuche naturgemäßer Waldwirtschaft in Sachsen durch Hermann Graser nach dem 1. Weltkrieg. Damalige Ansichten, deren Ergebnisse und die Entwicklung über die Zeit der Vorratspflege zu heutigen Vorgehensweisen werden diskutiert. Schwerpunkte sind Waldumbauverfahren, Strukturierung von Weißtannenvoranbauten, Einleitung von Naturverjüngung, jagdliche Probleme sowie der Aufbau vielfältiger Mischbestände.

Ein weiteres interessantes Thema der Exkursion ist die Auswertung eines Versuches zur Strukturdurchforstung  in der Baumart Fichte. Hier geht es um Möglichkeiten und Grenzen zur Strukturierung gleichaltriger Bestände. Am Beispiel der Küstentanne wird die Eibeziehung von nicht heimischen Baumarten in die naturgemäße Waldwirtschaft diskutiert.                                                       

Exkursion C        Revier Gelenau – Auf dem Weg zum Dauerwald durch intensiven Waldumbau und Förderung von Strukturvielfalt.

Erfolgreicher Waldumbau mit Weißtanne, Rotbuche und anderen Baumarten in verschiedenen Stadien steht bei dieser Exkursion im Mittelpunkt. Besonderes Augenmerk verdient die beginnende horizontale und vertikale Strukturierung der ehemaligen Altersklassenwälder. In nur wenigen Jahren sind dauerwaldartige Strukturen auf großer Fläche entstanden. In der Diskussion werden Themen wie künftige Naturverjüngung bei Weißtanne, langfristige Überschirmung sowie jagdliche Rahmenbedingungen behandelt. An einem Provenienzversuch mit verschiedenen Weißtannenherkünften werden genetische Aspekte in Bezug auf Widerstandsfähigkeit und Klimawandel, sowie Möglichkeiten zur Saatgutbereitstellung erörtert. Neben der Weißtanne widmet sich die Exkursion auch dem Bergahorn und Möglichkeiten zur Wertholzerzeugung.

Exkursion D       Revier Grünheide und Hundshübel – Freilandsaaten mit Weißtanne und Rotbuche – Verfahren , Chancen und Risiken.

Saaten haben gegenüber von Pflanzungen den Vorteil einer ungestörten Wurzelentwicklung. Im Hinblick auf Sturmfestigkeit und das Verhalten in Trockenperioden könnten das wichtige positive Eigenschaften sein. Seit dem Jahr 2002 gibt es im Forstbezirk Eibenstock Versuche zu Freilandsaaten mit verschiedenen Baumarten. Auf der Exkursion werden erste Ergebnisse der bisher 200 ha Saatflächen präsentiert. Die Diskussion umfasst wissenschaftliche Analysen sowie praktische Erfahrungen zu den Chancen und Risiken der Freilandsaaten. Vorgeführt werden die zurzeit gängigen Saatverfahren am praktischen Beispiel. Die Exkursion beinhaltet unterschiedliche Stadien von Weißtannen- und Rotbuchensaaten und deren weitere Behandlung.

Im Rahmen des Waldbegangs bei der Exkursion werden darüber hinaus verschiedene Aspekte zur Bewirtschaftung der Weißtanne und der Fortschritt des Waldumbaus im Forstbezirks Eibenstock verdeutlicht.

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