Die Eiche muss ihren Weg finden…

Route web-001

Exkursionsroute in den Viehleiten bei Pirna

Bei durchwachsenem Wetter (mit Donnergrollen und sintflutartigem Regenwetter im Nacken) trafen sich am 20.09.2014 knapp 30 Interessierte, Mitglieder und Freunde der ANW in den „Viehleiten“ bei Pirna. Ausgerüstet mit einer Exkursionsbeschreibung führte uns der Revierleiter des Stadtwaldes Pirna, Herr Schippers über ausgetretene Pfade zu den waldbaulich interessanten Punkten. Thema der Herbstexkursion war es am praktischen Beispiel den langfristigen Erhalt der Eiche, ihre Qualifizierung und Dimensionierung im Wechselspiel mit der Rotbuche, der Hainbuche und dem Edellaub zu diskutieren.

Die Geschichte der Viehleiten an den geneigten bis steilen Hängen des Gottleuba – Tales blieb weitestgehend im Ungewissen. Vermutlich dienten die „Leiten“ der Viehtrifft bzw. der Weide an den steilen Talflanken. Warum der Laubbaumanteil so hoch und sich die Eiche so prächtig verjüngt, kann teils aus der Geschichte und den Lößlehmüberlagerten Hangstandorten erklärt werden. Durch die Weide wurden die masttragenden Eichen aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus begünstigt.

Intensiv auflaufende Buchenverjüngung in der es die Eiche schwer hat

Intensiv auflaufende Buchenverjüngung in der es die Eiche schwer hat

Wichtige Punkte, an dem sich die Diskussionen immer wieder „festliefen“, waren die unterschiedlichen Ansätze zur Mischungsregulierung zugunsten der Eiche im Unterstand und die erfolgreiche Übernahme qualitativ guter Eiche aus Naturverjüngung. Hier sollte auf jeden Fall der „Wertholzansatz“ als Vorüberlegung stehen. Die Wildfrage, die oft eine Arbeit mit der Naturverjüngung erschwert, stellt derzeit in den Viehleithen kein Problem dar (nur Rehwild). Der Ansatz der „Naturgemäßen“ früh, mäßig und oft die Eingriffe vorzunehmen und die Entscheidung am Ort und der jeweiligen waldbauliche Situation anzupassen, führte zu einer breiten Palette von Vorschlägen. Wir hoffen, das der Kommunalwaldbetrieb, der sich im Spannungsfeld zwischen einer sensibiliserten städtischen Bevölkerung und dem Kostendruck einer Stadtverwaltung befindet, einige waldbauliche Ansätze  für die praktische Arbeit mitnehmen konnte.

Lebhafte waldbauliche Diskussion - diesmal aber nicht um die Schalenwildbestände

Lebhafte waldbauliche Diskussion – diesmal aber nicht um die Schalenwildbestände

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den Forstbezirk Neustadt und den betreuenden Revierleiter Herrn Schippers für die Vorbereitung und Durchführug der Exkursion.

StE

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