Positionspapier der forstlichen Verbände und Wahlforum 2019

Die vielfältige Inanspruchnahme des Waldes, der in Sachsen knapp 30 % der Fläche bedeckt, nimmtin der heutigen Zeit immer mehr zu. Als Lieferant des nachhaltigen Rohstoffs Holz hat die Forstwirtschaft eine herausragende Bedeutung auch für die Minderung der Folgen des Klimawandels. Allerdings steht die sächsische Forstwirtschaft durch Stürme, Dürre und Borkenkäferkalamitäten in den letzten beiden Jahren, durch Forderungen des Naturschutzes nach Bewirtschaftungseinschränkungen und Flächenstilllegungen sowie durch die intensive Nutzung des Waldes durch Erholungssuchende mit neuen Trendsportarten vor großen Herausforderungen.

Vor diesem Hintergrund haben die dem Wald und der Forstwirtschaft verbundenen Vereine und Verbände im Freistaat Sachsen ein Positionspapier erarbeitet, welches das  Bewusstsein für die vielfältigen Leistungen des Waldes stärken möchte, eine höhere Anerkennung von multifunktionaler Forstwirtschaft fordert sowie eine angemessene Honorierung der vielfältigen Ökosystemleistungen der Forstbetriebe empfiehlt.

Auf Basis dieses Positionspapiers führte der Sächsische Waldbesitzerverband am 21. Juni 2019 anlässlich der bevorstehenden Landtagswahl in Sachsen ein Wahlforum durch.

Positionspapier und Wahlforum stehen im Bereich ‚Download‘ zur Verfügung.

Expertenanhörung im Sächsischen Landtag zur Änderung des Waldgesetz

Am 15.2.2019 gab es im Sächsischen Landtag eine Expertenanhörung zum Gesetzesentwurf “ Gesetz zur Änderung des Waldgesetzes für den Freistaaat Sachsen“ der Staatsregierung.
Die ANW Sachsen war in den Reihen der Experten durch Vorstandsmitglied Georg Lindner vertreten, der das Wesentliche nachstehend zusammengefasst hat:

Etwa 25 Landtagsabgeordenete des Ausschusses für Umwelt und Landwirtschaft diskutierten nach Anhörung der Experten den Gesetzentwurf.

Im Wesentlichen geht es in dem Gesetzentwurf um die Anpassung der einschlägigen Paragraphen im Sächsischen Waldgesetz zur Beratung und Betreuung des Privat- und Körperschaftswaldes an die Vorgaben des § 46 Bundeswaldgesetz, wonach fakultative staatliche Dienstleistungen im Wettbewerb mit anderen Anbietern zukünftig nur mehr diskrimierungsfrei und nicht unter Gestehungskosten angeboten werden dürfen. Die Sächsische Privat- und Köperschaftswaldverordnung soll aufgehoben werden.

In den Ausführungen der ANW Sachsen wurde vor allem vor dem Hintergrund der jüngsten Erfahrungen aus den Sturm- und Dürreereignissen 2018 in Sachsen auf die Konsequenzen hingweisen. Mit Verlust eines flächendeckenden Angebots an Beratung und Betreuung geht die Präsenz von Sachsenforst im ländlichen Raum verloren und gerade der kleinstrukturierte Privatwald wird von den vorgesehenen Organisations- und Gesetzesänderungen besonders betroffen sein.
Welche Ersatzangebote an Dienstleistungen sich im Wettbewerb ergeben, ist derzeit nicht absehbar. Die Risiken und Anforderungen an den Waldbesitz im Zuge des Klimawandels und wachsenden Ansprüchen der Gesellschaft nehmen zu.
Daher sollte der Körperschaftswald weiterhin besonders dem Allgemeinwohl dienen. Der Waldumbau, die Schaffung strukturreicher und stabiler Wälder braucht Professionalität bei Personal und Planung.

Die ANW Sachsen hat desweiteren gefordert, dass die Zukunftsaufgabe „Waldumbau“ ebenso ausdrücklich in der Präambel zum Sächsischen Waldgesetz verankert wird wie der Grundsatz „Wald vor Wild“.

Die ANW Sachsen forderte die Beibehaltung der Genehmigung von Kahlschlägen, aber bereits ab 1 ha. Desgleichen sollten die Zielsetzungen bzw. die Allgemeinwohlverpflichtung für den Körperschaftswald beibehalten werden, mit der Folge, dass die Erfüllung der Allgemeinwohlverpflichtungen direkt gefördert werden.

Die vorgesehene unentgeltliche Beratung und der unentgeltliche Wissenstransfer durch Sachsenforst bedarf einer Organisation, die flächendeckend und mit allen Dienstleistern angeboten wird.

Die entgeltliche Dienstleistung durch Sachsenforst ist diskrimierungsfrei anzubieten. Die zu erwartende Entgeltverordnung des Freistaates wird den Wettbewerb und dir geforderte Kooperation zwischen allen Akteuren massgeblich beeinflussen.
Ob der bäuerliche und kleinstrukturierte Privatwald ausreichend Beachtung und Motivation erfahren, wird sich durch die Angebote und Kapazitäten der Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse bzw. deren Förderung erweisen.

 

Einladung zur Informationsveranstaltung der ANW – Weißtannenoffensive am 25. Mai 2018

Zusammen mit der ANW Deutschland lädt die ANW Sachsen recht herzlich zur Informationsveranstaltung der ANW Weißtannenoffensive auf den Czorneboh ein. Die von der FNR geförderte „Weißtannenoffensive“ der ANW Deutschland möchte das Praxiswissen zur Weißtanne fördern und ihr waldbauliches Potential als stabile, heimische Baumart bekannt machen.

  • Thema: Perspektiven für die Weißtanne in Sachsen
  • Datum: 25. Mai 2018
  • Treffpunkt: 08:45 Uhr Berggasthof Czorneboh bei Bautzen
  • Leitung: Stephan Schusser

Ablaufplan:

  • 08:45 Uhr: Begrüßung
  • 09:00 Uhr: Dr. Dirk Roger Eisenhauer „Die Weißtanne – Eine Baumart im waldökologischen, waldbaulichen und jagdlichen Wandel in Sachsen“
  • 09:30 Uhr: Stephan Schusser „Etablierung der Weißtanne im Forstbezirk  Eibenstock – Ausgangslage / Motivation / Strategien“
  • 10:00-10:15 Uhr: Pause
  • 10:15 Uhr: Dr. Heino Wolf „Genetische Aspekte zur Wiedereinbringung der Weißtanne
  • 10:45 Uhr: AG Rohholzverbraucher e.V. „Möglichkeiten der Vermarktung und Verwendung von Weißtannenholz
  • 11:15 Uhr: Diskussion
  • 11:45 Uhr: Mittagessen
  • 12:30–16:30 Uhr: Exkursion im Stadtwald Bautzen mit Revierförster Rüdiger Reitz (Themen: Pflanzung, Saat, Naturverjüngung, Wertästung, Waldstrukturen, Jagd )

Anmeldung an: Geschäftsstelle (info@anw-sachsen.de) Tel.: 01723442973
Anmeldung bis: 10. Mai 2018

BMELFNR

(Gefördert durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. mit Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft; Förderkennzeichen 22025915)

Anmeldefrist für Frühjahrsexkursion verlängert

Die Anmeldefrist zur Frühjahrsexkursion am 27.-28. April nach Bad Berka wurde bis zum 8. Februar verlängert (Anmeldung über die Geschäftsstelle, Email an info@anw-sachsen.de).

Zudem weisen wir darauf hin dass Teilnehmer, die sich selbst um eine Übernachtungsmöglichkeit kümmern, sich auch noch kurz zuvor zur Exkursion anmelden können.