Veranstaltungsplan 2018

Unser Jahresplan 2018 ist online!

Die wichtigsten Veranstaltungen in den nächsten Monaten sind:

  • 27. – 28. April 2018  –  Frühjahrsexkursion ins Forstamt Bad Berka
  • 25. Mai 2018  –  Informationsveranstaltung der ANW – Weißtannenoffensive Berggasthof Czorneboh im Stadtwald Bautzen
  • 07. – 09. Juni 2018  –  ANW Bundestagung in Schleswig Holstein
  • 22. – 29. September 2018  –  Auslandsexkursion nach Rumänien (Karpaten – Brasov)
  • 01. Juni und 19. Oktober 2018 –  Auszeichnungsübungen im Forstbezirk Eibenstock
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Nachruf Prof. Dr. habil. Dr. h.c. Harald Thomasius (1929 – 2017)

Nach kurzer, schwerer Krankheit musste Prof. Harald Thomasius am 24. November sein unermüdliches fruchtbares Schaffen für den Wald beenden. Zeitlebens ist ihm die wissenschaftliche Arbeit Bedürfnis und Befriedigung gewesen. So konnte er dank dieses Lebenselixiers noch bis in das hohe Alter viele interessante forstliche Themen bearbeiten und fachliche Ratschläge erteilen.

In unserer Arbeitsgemeinschaft hinterließ Prof. Thomasius auf vielfältige Weise seine Spuren. Markant war schon sein Auftreten als Gründungsmitglied der Landesgruppe Sachsen 1992 in Moritzburg. Damit zählte er zu den wenigen Forstwissenschaftlern, die sich damals öffentlich zu einer naturgemäßen Wirtschaftsweise im Wald bekannt haben. In der Folgezeit erschienen dann eine Reihe von Vorträgen und Publikationen, die der ANW, besonders den jungen Mitgliedern, als theoretisches Rüstzeug dienen und zur Herausbildung eines fundierten Standpunktes beitragen können. Zu nennen seien hier nur einige Arbeiten, die dies explizit bestätigen. Beispielhaft sollen angeführt werden: „Naturgemäße Waldwirtschaft in Sachsen – gestern, heute und in Zukunft“ (Dauerwald Nr.6, 1992), „Die Grundlagen eines ökologisch orientierten Waldbaus“ (Dauerwald Nr.7, 1992), “Geschichte, Anliegen und Wege des Waldumbaus in Sachsen“ (1995), „Geschichte, Theorie und Praxis des Dauerwaldes“ (ANW Sachsen-Anhalt, 1996), „Wandel und Wege des Waldbaus“ (2000), „50 Jahre ANW in Deutschland“ Teil 1-3 (Dauerwald Nr. 23 u. 24, 2000). Die letztgenannte Arbeit war Inhalt des umfangreichen Festvortrages, den er anlässlich der Jubiläumstagung zur 50. Wiederkehr der ANW-Gründung im Oktober 2000 in Wernesgrün (Sachsen) gehalten hat.

Auf gleiche Weise war Prof. Thomasius bestrebt, eine Brücke aus der Ideenwelt der forstlichen Klassiker mit ihrem progressiven Gedankengut in die heutige Zeit zu schlagen. Besonders mit Heinrich Cotta und seinem Wirken in Thüringen und Sachsen befasste er sich mehrfach intensiv (1985, 1986, 1991, 1994, 1997, 1999, 2003). Beachtenswert war auch die Würdigung seiner einstigen Lehrer und Vorgänger am Tharandter Lehrstuhl für Waldbau, Prof. Anton Heger (1887 – 1964) und Prof. Johannes Blanckmeister (1898 – 1982), die sich zusammen mit Hermann Krutzsch (1886 – 1952) große Verdienste bei der Herausbildung der „Vorratspfleglichen Waldwirtschaft“ in Ostdeutschland erworben haben (Blanckmeister – Ehrung 1999, Leben und Werk A. Heger,1999, ANW- Sachsen). In gleicher Weise sind die von Prof. Thomasius in jüngster Zeit erschienenen Arbeiten zu Hannss Carl v. Carlowitz (1645 – 1714) und dem Nachhaltsprinzip einzuordnen. Besonders anerkennenswert ist, dass er sich in dem hohen Alter noch der Mühe unterzogen hat, für die „Silvicultura oeconomica“ von Carlowitz (1713) eine Transkription in das Deutsch der Gegenwart vorzunehmen (Thomasius u. Bendix, 2013).

Prof. Thomasius wirkte aber nicht nur durch hochkarätige Vorträge und anspruchsvolle Publikationen im Sinne der ANW. Für ihn war es immer ein Bedürfnis, sich aktiv bei Fachexkursionen mit den Kollegen aus der Praxis auszutauschen. Hier konnte er aus seinem umfangreichen, regional und historisch oft sehr detaillierten Wissen schöpfen. So worden viele Diskussionen durch seine zwischen Theorie und Praxis vermittelnden Beiträge bereichert.

Zudem repräsentierte er des Öfteren die ANW gemeinsam mit Prof. H.-J. Otto und Dr. H. Wobst bei den Tagungen von Pro Silva – Europa. Anlässlich seines 75. Geburtstages erhielt Prof. Harald Thomasius in Anerkennung seiner Verdienste die Ehrenmitgliedschaft der ANW-Landesgruppe Sachsen.

Bei allen Sympathien für das Anliegen unserer Arbeitsgemeinschaft hat er sich aber auch kritischer Worte zu bestimmten Problemen nicht enthalten. Dies betraf vor allem die häufig vorgefundene Reserviertheit gegenüber der Wissenschaft, die sorglose Verwendung unpräziser Fachtermini sowie das Fehlen langjähriger Versuche und damit auch einer Argumentation, die oft einer exakten Beweisführung entbehrte.

Weitere große Leistungen für unseren Wald erbrachte Prof. Thomasius in der Heranbildung eines qualifizierten forstlichen Leitungsnachwuchses. Über 1000 junge Studierende, mehr als eine ganze Generation von Förstern, haben seine Lehren zum Aufbau und der Pflege der Wälder verinnerlicht und in das eigene Wirken übernommen. Viele von ihnen bekleiden heute wichtige Funktionen. Hinzu kam die Betreuung von 130 Diplomarbeiten mit hohem fachlichem Niveau, deren Ergebnisse oft sofort in die Praxis überführt werden konnten. Mit den 32 ebenfalls von ihm betreuten Dissertationen sind wichtige Grundlagen zur Weiterentwicklung der Waldbaudisziplin und zur Verbesserung der waldbaulichen Technologien bei der Natur- und Kunstverjüngung sowie in der Bestandespflege geschaffen worden. An Stelle eines dringend benötigten Waldbaulehrbuches, wofür es aber damals kein Papierkontingent gab, sind unter seiner Redaktion 10 Lehrbriefe erarbeitet worden, die das Studium wesentlich erleichtern halfen. Zu einer umfassenden fachlichen Ausbildung der Studenten gehörte bei Prof. Thomasius die praktische Anschauung am Objekt. Hierzu dienten spezielle Übungen und Praktika im Walde sowie zwei mehrwöchige Komplex- und viele Tagesexkursionen, welche zumeist von ihm persönlich begleitet wurden.

Neben der Waldbauspezifik, die er gern mit mathematischen Methoden zu untermauern versuchte, hat Prof. Thomasius auch auf Randgebieten, wie der Sanierung immissionsgeschädigter Wälder oder der Rekultivierung von Bergbaufolgelandschaften, gearbeitet. Im letzten Lebensjahrzehnt wandte er sich dann mehr forstgeschichtlichen Themen zu, die ihn förmlich begeistert haben. Am besten werden die Dimensionen seines Schaffens an den über 300 sehr anspruchsvollen Publikationen in Büchern und der Fachpresse sichtbar. Das unter seiner Leitung schon 1973 erschienene Buch „Wald, Landeskultur und Gesellschaft“ war der Versuch, unseren Wald einmal in seiner ganzen Komplexität darzustellen. Es ist heute noch lesenswert.

Prof. Thomasius war ein im In- und Ausland geschätzter Waldbauexperte. Dies kam auch durch zahlreiche Funktionen in Fachgremien (z. B. IUFRO – Sherman, Arbeitsgruppe Behandlung junger Waldbestände) und vielen Ehrungen (z. B. Ehrendoktorwürde der Universität Sopron) zum Ausdruck. In einigen tropischen Ländern, besonders in Vietnam, hat er mehrmals forstliche Entwicklungshilfe geleistet.

Das uns heute gigantisch anmutende Lebenswerk des Verstorbenen ist nur mit überdurchschnittlichem Fleiß und Zielstrebigkeit, bei Zurückstellung vieler persönlicher Belange und der Familie möglich geworden. Für seine berufliche Entwicklung bildete die noch vor Kriegsende begonnene Ausbildung zum Waldarbeiter im Fürstlich Schönburgischen Forstamt Oberwald (Westsachsen) mit der 1947 nachfolgenden Übernahme in das Forstamt Glauchau als Anwärter für den gehobenen Forstdienst eine solide Basis. Dank auffallend guter Leistungen wurde Thomasius schon 1948 an die Forstfachschule Tharandt delegiert, wo sein Berufsethos vor allem von Prof. Anton Heger geprägt worden ist. Nach dem Studium erfolgte sein Einsatz als „Förster in Vorbereitung“ im Sächsischen Forstamt Wermsdorf. Bereits in dieser Zeit wurde er neben dem Revierdienst mit Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für Praktiker beauftragt. Selbst nahm er an Lehrgängen zur damals neu eingeführten forstlichen Standortskartierung teil. Folgerichtig wurde er dann als Standortserkunder in mehreren nordsächsischen Revieren tätig. Dem schloss sich von 1954 – 58 ein Studium an der Forstlichen Fakultät der damaligen Technischen Hochschule Dresden in Tharandt an. Nach sehr erfolgreichem Diplom arbeitete er als Assistent am Institut für Bodenkunde und Standortslehre, wo er 1963 promoviert hat. 1967 folgte dann die Habilitation, aber schon im Jahr zuvor, nach der Emeritierung von Prof. Blanckmeister, ist Harald Thomasius als Dozent an den Tharandter Waldbaulehrstuhl berufen worden. Diesen Lehrstuhl hat er dann in kürzester Zeit völlig neu konzipiert und in 27 Amtsjahren nachhaltig geprägt. Charakteristisch dafür war von Anbeginn die enge Verknüpfung von neuesten Erkenntnissen aus der Standorts- und Vegetationskunde mit dem Waldbau. Nach seinem Weggang von der Universität 1992, schlossen sich die oben schon skizzierten Arbeitsphasen an.

Weitere Details finden sich in der Autobiographie „Aus meinem Berufsleben“ (ANW-Sachsen / Sächs. Forstverein, 2009).

Die hier sehr knapp gefasste Vita konnte nur schemenhaft die zielstrebige, geradlinige Entwicklung eines bedeutenden Forstwissenschaftlers unserer Zeit zeigen. Seien wir dankbar ihn erlebt zu haben und lassen wir seine Impulse in unserer Arbeitsgemeinschaft fortleben!

Martin Hartig,Tharandt

Jahresrückschau und Ausblick 2017/18

Liebe Mitglieder der ANW Landesgruppe Sachsen,

wie gewohnt, möchte ich zum Jahresende ein Resümee des laufenden Jahres ziehen und eine Vorschau für das nächste Jahr geben.

Im  April fand unsere Mitgliederversammlung mit Vorstandswahl und Exkursion im Stadtwald Löbau statt. Der neue Vorstand setzt sich aus folgenden Mitgliedern zusammen: Annette Schmidt-Scharfe, Andreas Pommer, Georg Lindner, Christian Arnold, Johannes Grunwald, Johannes Riedel und Stephan Schusser. An dieser Stelle möchte ich nochmals herzlichst Steffen Etzold danken, der sich in den letzten Jahren im ANW-Vorstand sehr engagiert und damit die Arbeit unserer Landesgruppe bereichert hat.

Die Geschäftsstelle war in diesem Jahr vorübergehend nicht besetzt, so dass es durchaus Lücken gab und wir improvisieren mussten. Hier sei besonders Johannes Riedel für die Überbrückung gedankt.

Neuer Geschäftsführer ist Christian Arnold, der ab jetzt seine Tätigkeit in vollem Umfang aufnehmen wird. Für die verspätete Auslieferung des Dauerwaldes bitte ich um Nachsicht, ehrenamtliche Tätigkeit ist nicht immer einfach.

Die Exkursion im Stadtwald Löbau zeigte uns das enorme Wertholzpotential bei den Baumarten Eiche und Bergahorn, aber auch interessante Waldstrukturen mit Eibe oder Linde. Weißtannen in verschiedenen Strukturen rundeten das Bild ab und gaben Anregungen für die Etablierung eines künftigen Nadelholzanteils im Klimawandel.

Exkursionsziel im Juni war das Revier Horstsee im Forstbezirk Leipzig. Vielfältige Themen wurden bei der Wanderung diskutiert, so u.a. Wertholzerziehung, Baumartenwandel, Naturschutz, Jagd, Potentiale der Eichen-Naturverjüngung sowie Relikte der Siedlungsgeschichte.

Einige Mitglieder beteiligten sich bei der Exkursion des Sächsischen Forstvereins im September im FoB Adorf, wo das neue Forsteinrichtungsverfahren vorgestellt wurde. Stichprobeninventuren haben wir uns seit langem gewünscht, da sie die Basis für die Dauerwaldwirtschaft sind.

An Auszeichnungsübungen im FoB Eibenstock nahmen Studenten aus Weihenstephan, Erfurt und Tharandt teil. Der Zulauf hat deutlich zugenommen, was erfreulich ist und die Bedeutung für die zielgerichtete Ausbildung von Fachpersonal aufzeigt. Hier sollten wir künftig das Angebot erweitern und entsprechend die Hochschulen ansprechen.

Die Exkursion nach Rumänien musste leider abgesagt werden, da es nicht genügend Teilnehmer gab.

 

Auch für das kommende Jahr 2018 sind wieder interessante Veranstaltungen vorgesehen.

Im Frühjahr planen wir eine Exkursion ins Thüringer Forstamt Bad Berka, Revier Reisberg. Wolfgang Grade ist ein erprobter Exkursionsführer und hat vielseitige Waldbilder  zu zeigen. Es geht  um Eiche, Laubholzwirtschaft, urbanen Dauerwald, Waldpädagogik, Tanne und natürlich etwas Kultur. Wir übernachten in der Nähe von Weimar und wollen eine Stadtführung am Abend machen. Ich denke, das tut uns gut, um die Gemeinschaft zu pflegen.

Im Rahmen des Förderprojektes „Weißtannenoffensive“ der Bundes ANW gestalten wir am 25. Mai auf dem Czorneboh im Stadtwald Bautzen eine Veranstaltung. Am Vormittag werden interessante Fachvorträge zum Thema Weißtanne gehalten und am Nachmittag findet eine Exkursion zu praktischen Fragen im angrenzenden Wald statt. Dabei geht es nicht um die Präsentation von reifen Dauerwäldern, sondern um den „Einstieg“ und das Kennenlernen der Baumart für interessierte Waldbesitzer.

Vom 07. – 09 Juni findet die Bundestagung der ANW in Schleswig-Holstein statt. Ich hoffe auf eine rege Teilnahme. Vielleicht können wir Fahrgemeinschaften bilden? Bitte bei der Geschäftsstelle melden.

Am 22. Juni besucht die PRO SILVA Europa im Rahmen ihrer Jahrestagung in Weimar den FoB Eibenstock. Interessante Gespräche mit Fachleuten aus ganz Europa sind zu erwarten.

Ende September 2018 planen wir erneut eine Reise in die Karpaten Rumäniens mit 16 Personen. Letztes Jahr war die Teilnehmerzahl leider zu gering. Die Exkursion wird ca. 1200 € kosten. Ziel sind verschiedene Urwälder mit Tanne und Buche. Die Führung werden rumänische Kollegen übernehmen. Wir bitten um schnellstmögliche verbindliche Rückmeldungen der interessierten Teilnehmer, um die Flüge zu buchen.

Im kommenden Jahr bieten wir wiederum Auszeichnungsübungen in den Forstbezirken Eibenstock und Neustadt für Studenten der Fachhochschulen / Universitäten sowie andere Interessenten an.

Ich würde mich freuen, wenn uns unsere Mitglieder Themen für interessante Exkursionen vorschlagen, denn eine Arbeitsgemeinschaft lebt von der Vielfalt und dem Engagement der einzelnen Akteure. Es ist unser Anspruch, hochwertig Veranstaltungen anzubieten, um waldbauliches Wissen und Erfahrungen zu vermitteln. Natürlich sollen auch die persönlichen Kontakte gepflegt werden, um Netzwerke zu bilden.

Für das gute Miteinander in der ANW Landesgruppe möchte ich mich recht herzlich bedanken und allen Mitgliedern ein schönes Weihnachtsfest, Gesundheit sowie viel Erfolg im neuen Jahr wünschen.

Stephan Schusser

Mitgliederversammlung am 8. April 2017

Liebe Mitglieder,

um Missverständnissen vorzubeugen: Wir treffen uns wie in der Einladung beschrieben am 08.04.2017 um 9.00 Uhr in der Turmgaststätte Löbauer Berg in 02708 Löbau. An der Gaststätte befindet sich ein Parkplatz mit genügend Stellplätzen.

Ihr fahrt am besten auf der A4 aus Richtung Dresden bis zur Ausfahrt Weißenberg und dann der Ausschilderung nach Löbau folgen (B 178). Auf der Umgehungsstraße (B178) bis zur Ausfahrt Ebersbach/Löbau fahren. Von dort nach Löbau rein fahren (Rumburger Str.) und dann rechts auf die Herwigsdorfer Str. Richtung Turmgaststätte fahren. Hier auch noch die Hoch- und Rechtswerte: 51.091414, 14.692599

Anfahrt Mitgliederversammlung (Quelle Google Maps)

Nachruf Dietrich Graf

am 16. Januar 2017, wenige Tage vor Vollendung seines 81. Lebensjahres verstarb Dietrich Graf.  Von 1996  bis Ende 2000 war er Vorsitzender unserer ANW Landesgruppe Sachsen.

Dietrich Graf (Bild S. Schusser)

Aufgewachsen ist Dietrich Graf in Lohmen/ Sächsische Schweiz. Nach Kriegskindheit, Schulbesuch und kurzzeitiger Tätigkeit als Waldarbeiter im Revier Niedelohmen studierte er von 1955 bis 1959 in Tharandt Forstwissenschaften. Nach dem Abschluss als Diplom- Forstingenieur begann er eine kurze Assistententätigkeit im Hohnstein/ Sächsische Schweiz, ab 1960 übernahm er das dortige Revier. Anschließend leitete er von 1962 bis 1990 die Oberförsterei Hohnstein. Das 1991 gebildete Forstamt Lohmen leitete er bis zu seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst 1998. Sein forstliches Wirken über 37 Jahre im selben Waldgebiet war von seiner  beispielhaften Waldgesinnung geprägt. Auch unter schwierigen gesellschaftlichen Verhältnisssen in der DDR setze er auf eine Anreicherung der Holzvorräte, die Entwicklung von Mischwäldern durch behutsame Waldpflege und die vorbildliche Berücksichtigung von Naturschutzbelangen bei der Waldbewirtschaftung und Erholungsnutzung. Dietrich Graf prägte die Wälder der Sächsischen Schweiz nachhaltig. Die von Ihm wesentlich mitgestaltete erfolgreiche Wiedereinbringung der Weißtanne  bestätigt eindrücklich seine Arbeit als Forstpraktiker. Sein forstliches Tun ist eng mit der Tätigkeit als Kreisnaturschutzbeauftragten von Sebnitz ( 1961 bis 1992) verbunden. Er ging stets von der Einheit zwischen Nutzung und Schutz aus. Der Naturschutz gehörte für Ihn untrennbar zum Berufsbild des Försters . So ist auch sein Engagement bei der Gründung des Nationalparks Sächsische Schweiz und der Bildung einer Nationalparkregion folgerichtig. Fachlich kompetent trat er beharrlich und äußerst konsequent für den Schutz der Natur in der Gesamtlandschaft ein. In einem Exkursionführer von 1998 widmete er den naturräumlichen Gegebenheiten ein detailliertes und umfassendes Kapitel, fachlich kompetent wird sein enger persönlicher Bezug zu dieser einmaligen Landschaft deutlich.. Dietrich Graf fesselte  wie kaum ein Anderer mit seinem profunden Wissen über Natur, Landschaft und Wald die Teilnehmer zahlloser Fachexkursionen im Gebiet der Sächsischen Schweiz . Kriisch und engagiert verfolgte er nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Forstdienst die Entwicklung im Nationalpark Sächsische Schweiz. Für Ihn war die naturgemäße Waldpflege im Sinne der ANW das einzige fachlich akzeptable Mittel zur verantwortbaren Entwicklung des Nationalparks Sächsiche Schweiz. So wandt er sich 2011 in einem Brief an das SMUL, um eine zielführende behutsame  Waldpflege  auf großer Fläche einzufordern.

Als Vorsitzender der ANW Landesgruppe nutzte er die erste  ANW Bundestagung am 04. Oktober 2000 in einem ostdeutschen  Bundesland, um die Wurzeln und die Entwicklung der naturgemäßen Waldwirtschaft in Sachsen bundesweit eindrucksvoll zu präsentieren.

Seine Überzeugungskraft entspringt einem respektvollen Umgang mit den Leistungen der forstlichen Vorfahren in Verbindung mit einer feinen Naturbeobachtungsgabe. Eindrucksvoll, wie er im Dezember 1998 die Gedenkveranstaltung zum 100. Geburstag von Prof. Blankmeister gestaltete.  Die Nachbarschaftspflege zu unseren tschechischen Kollegen war Ihm eine Herzensangelegenheit. Unvergessen bleiben die zahlreichen Exkursionen in das böhmische Mittelgebirge, häufig mit einem Bezug zu Anton Heger. Ein weiterer Höhepunkt war die Exkursion der ANW Landesgruppe 1996 nach Slowenien.  Dietrich Graf lebte  die Pro Silva Idee.

Bemerkenswert sind seine Veröffentlichungen in regionalen Schriften besonders zur Naturschutzarbeit. 2000  verfasste er den Beitrag “ Sachsen auf dem Wege zu naturgemäßer Waldwirtschaft – ein waldgeschichtlicher Rückblick“.

Er war seit dem 26. 11. 1992 Mitglied der ANW Landesgruppe und hat in dieser Zeit  die Entwicklung unserer Landesgruppe wesentlich geprägt. Dietrich Graf wird uns als Ratgeber und Mensch fehlen.

ANW Landesgruppe im Januar 2017