Einladung zum Webinar „Insektenförderung im Wald – Integration in die forstliche Praxis“ am 24.11.2022

Am 24.11.2022 veranstaltet die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA-BW) ab 16.00 Uhr ein Webinar zur praktischen Umsetzung von Schutz und Förderung der Insektenvielfalt in unseren Wäldern.
Getreu der Frage „Was können Waldbewirtschaftende selbst tun, um Insekten im Wald zu fördern?“ werden erfolgreiche Konzepte und notwendige Entwicklungen für den Insektenschutz im Wald von Expertinnen und Experten der Länder-Arbeitsgemeinschaft Insektenschutz im Wald vorgestellt.
Natürlich darf auch kräftig mitdiskutiert werden…!

Die Anmeldung und weitere Informationen sind auf der Veranstaltungswebsite unter https://www.fva-bw.de/aktuelles/termine/webinar-insektenfoerderung-im-wald zu finden.

Rückblick Pfingstexkursion der ANW-Hochschulgruppe in Rheinland-Pfalz

Das Exkursions-Highlight der ANW-Hochschulgruppe fand dieses Jahr im kommunalwaldreichen (50 % !) Bundesland Rheinland-Pfalz statt. Hier wurde der Facettenreichtum an Herausforderungen, die mit einer nachhaltigen Waldflächenerhaltung sowie der Wald-Wild-Harmonisierung verbunden sind, besonders anschaulich gemacht. Gleichzeitig wurden die Erwartungen übertreffende innovative Lösungsansätze in spannender Form und toller Atmosphäre präsentiert.  

04.06. – Hatzfeldt-Wildenburg`sche Verwaltung
In dem weithin bekannten Forstbetrieb der Hatzfeldt-Wildenburg`schen Verwaltung sorgte der Betriebsleiter Dr. Franz Straubinger am ersten Exkursionstag für einen energetisierenden Einstieg. Uns wurden ansehnliche Waldbilder mit standortsfremden Baumarten wie Küsten-, Hemmlock- und Edeltanne präsentiert, welche neben einer hohen Bestandesstabilität und Wertholzpotential noch gleichzeitig Habitate für heimische Baumhöhlenbrüter boten. Die Notwendigkeit solcher innovativen, aber nicht unumstrittenen Einbringungs-Experimente wurde durch den großflächigen multikausalen Waldflächenverlust unterstrichen, vor dem auch diese Region Deutschlands nicht verschont blieb. Besonders ein spürbarer Betriebsethos, eine innovativ-zielorientierte Bewirtschaftungspraktik und die damit verbundene Arbeitsmoral hinterließen bei uns einen nachhaltigen Eindruck. Abgerundet wurde der Aufenthalt durch einen erfolgreichen Gemeinschaftsansitz, der unseren Jungjäger:innen als Training diente.    

05.06. – Kommunalwaldrevier Himmighofen
Am zweiten Exkursionstag waren wir in der vermutlich besten All-inclusive Exkursionsunterkunft untergebracht: der Gemeindeturnhalle Gemmerich. Neben einer vorzüglichen Verpflegung boten uns ANW Försterin Anne Merg und Bürgermeister Mario Winterwerber eine spannende Exkursion in den Gemeindewald. Hier wurden die überregionalen Herausforderungen der Kommunalwaldstruktur im Bereich Jagd besonders deutlich. Es entstand der Eindruck, dass ein Kommunikationsproblem zwischen langjährigen Jagdpächtern:innen und Teilen der Waldeigentümer:innen zu bestehen scheint. So wiegen Pachtpreisgebote und inoffizielle Absprachen schwerer als nachhaltige Jagdkonzepte, was der Zukunft unseres Waldes nicht zugutekommt. Nichtsdestotrotz präsentierte uns Anne Merg verschieden erfolgreiche Waldbewirtschaftungspraktiken, die auch unter erschwerten Bedingungen einen multifunktionalen Waldumbau ermöglichen. 

06.06. – Schmitz Waldwirtschaft
Der 3. Exkursionstag wurde durch Jungförsterin Susan Nestler im Privatwaldbetreuungsrevier der Firma Schmitz Waldwirtschaft in Seibersbach im Soonwald gestaltet. Sie ist nicht nur eine Tharandter Alumni, sondern auch Mitbegründerin der Hochschulgruppe und bot den Student:innen eine erfrischend gestaltete Auszeichnungsübung in der Buche, Einblicke in den Berufsbeginn sowie einen erfolgreichen Gemeinschaftsansitz. Zudem entstand ein spannender Austausch mit dem aus dem Bereich der Landwirtschaft stammenden Waldbesitzer Herrn von Neef über exotische Ideen des Bodenschutzes, wie z.B. das Einbringen von Kompost.

07.06. – Das Q/D-Prinzip und der Hirschkäfer-Experte
Das in Rheinland-Pfalz von Wilhelm entwickelte Qualifizierungs-Dimensionierungs-Prinzip wurde uns an diesem Tag von Waldbautrainer Manfred an treffenden Beispielsflächen vermittelt. Im Zuge eines anregenden Austauschs wurde das Konzept zunächst vor dem Hintergrund eines nachhaltigen multifunktionalen Waldumbaus diskutiert. Eine reine Q/D-Buchen-Fläche beeindruckte mit sehr hohen Durchmesserzuwächsen und präsentierte gleichzeitig aber auch einen risikobehafteten Schematismus im forstlichen Vorgehen. Spannend war zum Abschluss ein Vogelbeeren-Birken-Bestand, bei dem das Q/D-Prinzip auch auf die Vogelbeeren angewendet wurde und deren oft vergessenes Zuwachs- und Wertpotential offenbarte.

Um innerhalb der Exkursionsthemen für Diversität zu sorgen, besuchten wir am Nachmittag noch Dr. Markus Rink in Alf, seines Zeichens deutschlandweit bekannter Hirschkäferexperte und praktizierender Umweltpädagoge. Im Garten der Familie Rink wurden uns bei Kaffee und Kuchen praxisrelevante Informationen zu diesem unschädlichen sechsbeinigen Klimawandelprofiteur vermittelt. Beispielsweise kann dieser durch das Angebot von eingegrabenen und weißfaulenden Tothölzern wie Buche, Kirsche oder Eiche potenziell sogar im heimischen Garten angesiedelt werden. Für weitere Informationen, oder um bei einer Hirschkäfersichtung das deutschlandweite Hirschkäfer-Monitoringprojekt zu unterstützen, empfiehlt sich ein Besuch der Website http://www.hirschkaefer-suche.de .

08.06. – Landeswaldrevier Hochpochten-Masburg
Im Revier Hochpochten-Masburg stellte uns ANW Förster Michael Fohl die erfolgreiche Kombination des Q/D-Prinzips mit heterogenen Bestandesstrukturen vor. So boten sich uns nicht nur massiv dimensionierte Kirschen-, Buche- und Eichenwerthölzer, sondern auch lehrbuchreife Nachwuchskegel. Gleichzeitig diente die Exkursion als hilfreicher Austausch mit Rheinlandpfälzer Anwärter:innen. Als besonders spannenden Eindruck wurden die Jungwuchspflegeergebnisse einer ehemaligen Windwurffläche wahrgenommen. Der hier vorgefundene Baumartenreichtum sowie die auffällig guten Qualitäten ließen einen wunderbaren Wald der Zukunft erahnen und gaben Hoffnung, dass mit etwas waldbaulichem Geschick auch auf ,,Reset-Kalamitätsflächen“ eine multifunktionale Forstwirtschaft umsetzbar ist.

09.08. & 10.06. – Pro Jagdkonzept
Den Abschluss der großräumigen Bildungsreise bildete die zweitägige Vorstellung der Firma Pro Jagdkonzept in Vorderwiedental im Pfälzerwald. Der Geschäftsleiter Uli Osterheld gab uns dabei informative Einblicke in den Betrieb mit unkonventionellem Geschäftsmodell. Folglich ist das Unternehmen deutschlandweiter Vorreiter, was das Angebot einer waldbauorientierten Jagd als Dienstleistung angeht. Die aufgestellten Kriterien und Indikatoren, wie die Mindestbaumartenzahl in Abhängigkeit zur Standortsgüte oder das umfänglich dokumentierte Monitoring von Drückjagden wirkten dabei äußert vielversprechend. Auch darüber hinaus fanden wir weitere kreative Ideen, wie z.B. einen Wildfleischautomaten für den Straßenverkauf.

Zuletzt möchten wir uns bei allen Exkursionsführer:innen für ihre großzügige Gastfreundschaft und das Engagement bedanken, wodurch wir eine ausgenommen lehr- und erlebnisreiche Woche genießen konnten! Die gemeinsame Zeit im Wald, beim Grillen, auf Jagd, beim Baden oder nächtlichen Holunderblüten-Frittier-Aktionen wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Denn neben den fachlichen und praxisorientierten Exkursionen wird Gemeinschaft und Freundschaft in unserer Gruppe großgeschrieben. Vor allem aber möchten wir uns als ANW Hochschulgruppe bei unserer ANW Landesgruppe Sachsen bedanken, welche durch eine umfangreiche finanzielle Zuwendung nicht nur diese Pfingstexkursion unterstützt hat, sondern auch weitere anstehende Exkursionen fördert.    

Änderung der Förderrichtlinie Wald und Forstwirtschaft (FRL WuF/2020)

Am 30. August 2022 wurde die Förderrichtlinie Wald und Forstwirtschaft WuF/2020 geändert. Die wichtigsten Änderungen sind:

  • Die Festbeträge für die Waldumbauförderung und die Erstaufforstung wurden an höhere Kosten für Pflanzenmaterial, Saatgut und Zaunbau angepasst.
  • Im Sinne eines naturgemäßen Wirtschaftens wird die Pflege und Entwicklung von Naturverjüngung nun mit einer deutlich erhöhten Basisprämie gefördert.
  • Mit der Richtlinienänderung werden außerdem die Fördermöglichkeiten für Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse erweitert. Als neuer Fördergegenstand kommt die „Mitgliederinformation und -aktivierung“ hinzu. „Waldpflegeverträge“ sind nun auf Betriebe bis 100 Hektar ausweitbar und deren Förderfestbeträge wurden angehoben. Zudem wurde der Förderzeitraum für die „Professionalisierung“ (Aufwendungen für forstfachlich ausgebildetes Personal einschließlich Aufwand zur Erstellung eines Geschäftsplans) auf 5 Jahre erweitert.

Die aktualisierte Förderrichtlinie und Antragsunterlagen sowie weitere Informationen sind bald auf der Internetseite zur Forstförderung sowie direkt untenstehend zu finden.

Rückblick Waldbauwochenende der ANW-Hochschulgruppe im Revier Unger 18.-20.03.2022

Am Freitag, den reisten wir, eine Gruppe von 10 Studierenden aus den ANW-Hochschulgruppen Tharandt, Erfurt und Eberswalde, am Abend zu der idyllisch gelegenen Forsthütte auf dem Ungerberg nahe Neustadt in Sachsen an. Wir ließen dort den Abend gemütlich am Lagerfeuer ausklingen.

Wir begannen am frühen Samstagvormittag im Landeswald nahe Polenz. Das Ziel war es, ein geeignetes Wiederbewaldungskonzept für die kahlgefallenen Flächen zu ergründen. Dafür betrachteten wir den Ist-Zustand mittels einer stichprobenartigen Aufnahme der Bodenvegetation und der Verjüngung, einer Betrachtung von potentiellen Samenbäumen und einer Aufnahme der standörtlichen Gegebenheiten. Daraus leiteten wir für die einzelnen Flächen die waldbauliche Zielstellung in Form des Waldentwicklungstyps sowie das mittel- und langfristige waldbauliche Vorgehen anhand der gängigen Vorschriften des Sachsenforstes ab.
Mittags wurden wir mit einem Gulasch verköstigt. Um nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch tätig zu werden, führten wir eine kleine Pflanzaktion durch, bei der wir Winter-Linden in Form eines Peace-Symbols auf die Freifläche setzten. Diese Art der körperlichen Ertüchtigung ist immer gerne gesehen. Im Anschluss besichtigten wir eine weitere Landeswaldfläche, welche bereits vor einem Jahrzehnt weitgehend kahlgefallen ist. Wir bestaunten die Baumartenvielfalt der bereits etablierten Verjüngung und beurteilten sie auf ihr Potential und ihre Nähe zum vorliegenden Waldentwicklungstyp hin. Daraufhin führten wir selbige Aufnahmen in dem naheliegenden Privatwald der Familie Erdmann, welcher an der Verbindungsstraße zwischen Polenz und Cunnersdorf liegt, durch, mit dem Ziel, bei der Waldführung am Folgetag den Interessierten kompetente Handlungsvorschläge aufzeigen zu können.
Gegen Abend werteten wir die aufgenommenen Daten gemeinschaftlich bei Kaffee und Kuchen in der Ungerhütte aus. Wir diskutierten die erarbeiteten Konzepte und fertigten eine Kostenkalkulation für die geplanten Maßnahmen an. Dabei bekamen wir eine Einweisung in die Förderung von Privatwäldern durch Sebastian Schiffel.

Am Sonntag fand schließlich die zuvor öffentlich ausgeschriebene Waldführung statt. Eine große Gruppe von circa 40 interessierten Waldbesitzer:innen und Vertreter:innen der örtlichen Jägerschaft erwartete uns. Wir stellten gemeinschaftlich unsere erarbeiteten Konzepte für die vorliegenden Flächen vor und betrachten aufkommende Probleme sowie die Chancen der Waldentwicklung. Ebenso wurden neben ökologischen Aspekten auch ein besonderes Augenmerk auf die Kosten der Maßnahmen und damit in Bezug stehend auf die Forstförderung für Privatwaldbesitzer:innen gelegt. Wir konnten aufzeigen, dass selbst auf den jüngst kahlgefallenen Flächen ein hohes natürliches Potential der Naturverjüngung besteht, welches nur darauf wartet, genutzt zu werden. Natürlich wurde das Problem der Wildeinwirkung auf die Vegetation und anderer Schadfaktoren besprochen. Sowohl die Vertreter der Waldbesitzenden, der Jägerschaft und des Sachsenforstes sicherten sich gegenseitig ihre Kommunikationsbereitschaft und Unterstützung hinsichtlich bestehender Probleme zu. Es wurde erkannt, dass eine Wiederbewaldung nur erfolgreich sein kann, wenn alle Interessengruppen an einem Strang ziehen. Dies war sowohl für die Studierenden, als auch für die teilnehmenden Vertreter:innen der Forstverwaltung die erste Veranstaltung dieser Art. Die Waldbesitzer:innen waren dankbar, dass ihnen Ansätze aufgezeigt wurden, wie sie die Wiederbewaldung in Kooperation mit der Natur und mit den weiteren Akteuren gestalten können. Somit traten wir sehr positiv gestimmt die Heimreise an.

An dieser Stelle ist Annette Schmidt-Scharfe für die gelungene Organisation des Wochenendes, der fachkundigen Anleitung der Studierenden und der professionellen Moderation der Diskussion zu danken. Ebenso gilt der Dank Christian Schmidt und Sebastian Schiffel für die ebenso wertvolle und kompetente fachliche Anleitung. Das Wochenende hat uns viel Freude bereitet und uns hochkarätige Einblicke in die Praxis gewährt.

Treffpunkt für die Frühjahrsexkursion am 30.04. in Marienthal aktualisiert

Für unsere Frühjahrsexkursion am 30.04.2022 in das Revier Marienthal wurde der Treffpunkt angepasst und entspricht nun dem der postialisch versendeten Einladungen. Gemeinsamer Treffpunkt ist 10.00 Uhr am Kloster-Besucherparkplatz (an der B99) in Ostritz St. Marienthal (Google Maps: https://goo.gl/maps/9GNFw91MjF8jDh6y7).
Wir bitten um Anmeldung bis zum 28.04. über die Geschäftsstelle (info@anw-sachsen.de oder mobil unter 01733710533).
Bis dahin!

Positionspapier forstlicher Verbände und Vereine bezüglich großflächiger Stillegungen von Waldflächen in Sachsen

Die ANW Landegruppe Sachsen unterzeichnet gemeinsam mit vielen sächsischen Interessenvertretern der Waldpolitik ein Positionspapier gegen großflächige Stilllegungen im Wirtschaftwald und für mehr integrative, nachhaltige und aktive Waldbewirtschaftung auf ganzer Fläche. Das Papier wird an das Sächsische Ministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft (SMEKUL), die Fraktionen im Parlament sowie an die Presse überreicht.

Mitunterzeichner sind der Sächsische Waldbesitzerverband und Forstverein, der sächsische Landesverband der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, die Stiftung Wald für Sachsen und der Sächsische Forstunternehmerverband sowie der Landesverband des Bund Deutscher Forstleute und der Ökologische Jagdverein Sachsen.

Waldbau-WE für Studierende im Revier Unger im März

Anbei eine Einladung für unser geplantes Waldbau-Wochenende der ANW-Hochschulgruppe im Revier Unger. Wir wollen Kalamitätsflächen erfassen, naturgemäß entwicklen und unsere Ansätze mit Privatwaldbesitzern auf den Flächen diskutieren. Wird spannend!