Nachruf Dietrich Graf

am 16. Januar 2017, wenige Tage vor Vollendung seines 81. Lebensjahres verstarb Dietrich Graf.  Von 1996  bis Ende 2000 war er Vorsitzender unserer ANW Landesgruppe Sachsen.

Dietrich Graf (Bild S. Schusser)

Aufgewachsen ist Dietrich Graf in Lohmen/ Sächsische Schweiz. Nach Kriegskindheit, Schulbesuch und kurzzeitiger Tätigkeit als Waldarbeiter im Revier Niedelohmen studierte er von 1955 bis 1959 in Tharandt Forstwissenschaften. Nach dem Abschluss als Diplom- Forstingenieur begann er eine kurze Assistententätigkeit im Hohnstein/ Sächsische Schweiz, ab 1960 übernahm er das dortige Revier. Anschließend leitete er von 1962 bis 1990 die Oberförsterei Hohnstein. Das 1991 gebildete Forstamt Lohmen leitete er bis zu seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst 1998. Sein forstliches Wirken über 37 Jahre im selben Waldgebiet war von seiner  beispielhaften Waldgesinnung geprägt. Auch unter schwierigen gesellschaftlichen Verhältnisssen in der DDR setze er auf eine Anreicherung der Holzvorräte, die Entwicklung von Mischwäldern durch behutsame Waldpflege und die vorbildliche Berücksichtigung von Naturschutzbelangen bei der Waldbewirtschaftung und Erholungsnutzung. Dietrich Graf prägte die Wälder der Sächsischen Schweiz nachhaltig. Die von Ihm wesentlich mitgestaltete erfolgreiche Wiedereinbringung der Weißtanne  bestätigt eindrücklich seine Arbeit als Forstpraktiker. Sein forstliches Tun ist eng mit der Tätigkeit als Kreisnaturschutzbeauftragten von Sebnitz ( 1961 bis 1992) verbunden. Er ging stets von der Einheit zwischen Nutzung und Schutz aus. Der Naturschutz gehörte für Ihn untrennbar zum Berufsbild des Försters . So ist auch sein Engagement bei der Gründung des Nationalparks Sächsische Schweiz und der Bildung einer Nationalparkregion folgerichtig. Fachlich kompetent trat er beharrlich und äußerst konsequent für den Schutz der Natur in der Gesamtlandschaft ein. In einem Exkursionführer von 1998 widmete er den naturräumlichen Gegebenheiten ein detailliertes und umfassendes Kapitel, fachlich kompetent wird sein enger persönlicher Bezug zu dieser einmaligen Landschaft deutlich.. Dietrich Graf fesselte  wie kaum ein Anderer mit seinem profunden Wissen über Natur, Landschaft und Wald die Teilnehmer zahlloser Fachexkursionen im Gebiet der Sächsischen Schweiz . Kriisch und engagiert verfolgte er nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Forstdienst die Entwicklung im Nationalpark Sächsische Schweiz. Für Ihn war die naturgemäße Waldpflege im Sinne der ANW das einzige fachlich akzeptable Mittel zur verantwortbaren Entwicklung des Nationalparks Sächsiche Schweiz. So wandt er sich 2011 in einem Brief an das SMUL, um eine zielführende behutsame  Waldpflege  auf großer Fläche einzufordern.

Als Vorsitzender der ANW Landesgruppe nutzte er die erste  ANW Bundestagung am 04. Oktober 2000 in einem ostdeutschen  Bundesland, um die Wurzeln und die Entwicklung der naturgemäßen Waldwirtschaft in Sachsen bundesweit eindrucksvoll zu präsentieren.

Seine Überzeugungskraft entspringt einem respektvollen Umgang mit den Leistungen der forstlichen Vorfahren in Verbindung mit einer feinen Naturbeobachtungsgabe. Eindrucksvoll, wie er im Dezember 1998 die Gedenkveranstaltung zum 100. Geburstag von Prof. Blankmeister gestaltete.  Die Nachbarschaftspflege zu unseren tschechischen Kollegen war Ihm eine Herzensangelegenheit. Unvergessen bleiben die zahlreichen Exkursionen in das böhmische Mittelgebirge, häufig mit einem Bezug zu Anton Heger. Ein weiterer Höhepunkt war die Exkursion der ANW Landesgruppe 1996 nach Slowenien.  Dietrich Graf lebte  die Pro Silva Idee.

Bemerkenswert sind seine Veröffentlichungen in regionalen Schriften besonders zur Naturschutzarbeit. 2000  verfasste er den Beitrag “ Sachsen auf dem Wege zu naturgemäßer Waldwirtschaft – ein waldgeschichtlicher Rückblick“.

Er war seit dem 26. 11. 1992 Mitglied der ANW Landesgruppe und hat in dieser Zeit  die Entwicklung unserer Landesgruppe wesentlich geprägt. Dietrich Graf wird uns als Ratgeber und Mensch fehlen.

ANW Landesgruppe im Januar 2017

 

Einladung zur Mitgliederversammlung

Einladung zur Mitgliederversammlung mit Wahl des neuen Vorstandes und Frühjahresexkursion

 

Liebe Mitglieder der ANW Landesgruppe,

am 08.04.2017 möchten wir Euch zu unserer Mitgliederversammlung mit anschließender Exkursion einladen.

Ort:                Turmgaststätte Löbauer Berg, 02708 Löbau

Beginn:         09.00 Uhr

Tagesordnung:

  1. Begrüßung
  2. Wahl der Versammlungsleitung und Schriftführer
  3. Tätigkeitsbericht
  4. Kassenbericht
  5. Kassenprüfung
  6. Diskussion
  7. Entlastung des Vorstandes
  8. Satzungsänderung mit Abstimmung zur Satzungsänderung
  9. Neuwahl des Vorstandes und der Kassenprüfer
  10. Neuwahl des Vorsitzenden

Anschließend Exkursion am Löbauer Berg und Rotstein zu folgenden Themen: Weißtanne, Eibe, Linde, Bergahorn – Option Wertholz und Bestandespflege, Waldumbau und Naturschutz, waldbauliche Behandlung von Sturmflächen

Ich bitte um rege Teilnahme, Eure Meinung und eure Stimmen sind uns wichtig! Wenn ihr Interesse habt im Vorstand mitzuarbeiten, meldet euch dazu gern in der Geschäftsstelle oder bei mir.

Herzliche Grüße

Euer Stephan Schusser

Exkursion in die Nordkarpaten Rumäniens

Liebe Freunde der ANW Sachsen,

wir möchten Euch einladen, mit uns in das „Buchenland (Bukowina)“ Rumänien zu reisen. Es liegt in den rumänischen Karpaten an der Grenze zur Ukraine und ist in jeder Hinsicht eine Reise wert! Neben urigen Tannen-Buchenwäldern, historischer und geschichtsträchtiger Landschaft findet ihr dort einen überaus herzlichen Menschenschlag. Wir bekommen einen ortskundigen Führer, der uns in eine teilweise vergessene Welt mitnimmt. Einen Vorgeschmack findet ihr im Exkursionsführer von ihm  (Exkursionsführer.pdf).

Folgende Eckdaten stehe bereits fest:

Zeitplan – Anreise

16.09.2017 bis 23.09.2017

Flug ab München nach Cluj und zurück

Busfahrt mit Kleinbussen nach Campulung; von dort aus Tagesexkursionen

Exkursionsinhalte

Urwälder in den Nordkarpaten Rumäniens in Anlehnung an das Programm des ÖJV Baden- Württemberg 2016 (siehe Exkursionsführer.pdf)

Abweichend dazu werden wir uns mehr auf die Tanne in den Karpaten konzentrieren.

 Kosten

Die Kosten werden ca. 1.200 € betragen. Ein Teilbetrag wird im März fällig, um den Flug über ein Reisebüro zu buchen. Vor Ort wird in bar bezahlt. Die ANW übernimmt keine Zwischenfinanzierung.

Betreuung vor Ort

Die Betreuung vor Ort nimmt  Dr. Dipl. Forsting. ION BARBU.

Anmeldung

Der letzte Tag für die verbindliche Anmeldung ist der  28.Februar 2017. Bitte ausschließlich per E-Mail anmelden (info@anw-sachsen.de).

Es müssen sich mindestens 10 Teilnehmer finden, damit die Exkursion durchgeführt wird. Die Höchstzahl sind 16 Teilnehmer.

 

‚Rehe mit Raum‘ – Warum eine konsequente Rehwildbejagung nachhaltig für Wild und Wald ist

Frank Christian Heute analysiert anhand zwei sehr lesenswerter Artikel am Beispiel Nordrhein-Westfalens die Folgen eines überhöhten Rehwildbestandes für das Ökosystem. Hohe Rehwilddichten führen zur nicht nur zur Entmischung des Artenspektrums in der Vegetation, sondern bis hin zur Auslöschung einzelner Arten in der Verjüngungsphase. Er schlägt eine neue Strategie vor stellt sie der traditionellen Hegejagd gegenüber. Mit dabei sind zahlreiche Tipps für die Praxis sowie ein nach Aktivitätsphasen gegliederter Jagdkalender.

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Links:

Rehe mit Raum I – Angepasste Rehwildbestände
Rehe mit Raum II – Warum konsequente Rehbejagung nachhaltig ist

Pro Silva Exkursion in der Tschechischen Republik und Eibenstock

Aus der ganzen Tschechischen Republik waren am 06. und 07. Oktober ca. 120 Forstleute ins Erzgebirge nach Bozi Dar und Eibenstock zur Tagung der Pro Silva Bohemica angereist, um über Waldumbau und vor allem über die Jagd zu  diskutieren. Auch von der Sächsischen ANW waren wir mit sechs Teilnehmern vertreten. Dr. Eisenhauer und Stephan Schusser hielten Vorträge über Jagdorganisation, Jagdpraxis und Waldumbau in Sachsen. Karel Picura vom Kommunalwald Bozi Dar und seine tschechischen Kollegen berichteten über ihre Erfahrungen bei der Wildbestandesreduzierung und der Wiedereinbringung der Weißtanne. Eine Exkursion führte in den Gemeindewald von Bozi Dar, wo die Etablierung der Weißtanne im Einzelschutz auf 1000 m Höhenlage über NN erfolgreich praktiziert wird und strukturreiche Fichtenwälder mit Eberesche vorgezeigt wurden. Am zweiten Tag konnten wir in Eibenstock den großflächigen Waldumbau ohne Zäunung mit dem besonderen Schwerpunkt Weißtanne vorzeigen. Im Mittelpunkt standen Fragen zur Jagdstrategie und konkreten Umsetzung. Das Interesse der Tschechischen Förster war riesig und zeigt, wie groß der Bedarf an Informationen zu diesen Themen ist. Vielfältige Gespräche am Rand der Tagung verliefen in äußerst herzlicher Atmosphäre. Es war bestimmt nicht die letzte gemeinsame Veranstaltung der ANW Sachsen und der Pro Silva Bohemica.

Weitere Informationen (allerdings in Tschechisch): ProSilva Bohemica

Reges Interesse beiderseits der Grenze für ein gemeinsames Thema.

Reges Interesse beiderseits der Grenze für ein gemeinsames Thema.

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Beides gehört (noch) zusammen auf ein Bild.

 

Herbstexkursion im Klosterwald

Wie nicht anders zu erwarten und mit „gutem Draht nach oben“, führten ca. 25 Wissbegierige der ANW Sachsen ihre Herbstexkursion im geschichtsträchtigem Klosterwald Marienstern durch. Am besten gibt den Tag ein Original-Kommentar eines Teilnehmers wieder:

…auch für mich war die Exkursion am Samstag ein Gewinn. Forstleute sind überwiegend Einzelkämpfer und das gilt besonders für die Situation der wenigen Kirchen- Kommunal- oder Privatwaldförster. So ein Tag im Kreise von Försterkollegen und Waldbesitzern ist zum Austausch wichtig. Es gibt Bestätigung oder Hinweise in freundschaftlicher Art, die man im Alltag doch irgendwann vermißt. Ich werde noch mal auf die Internetseite der ANW-Sachsen zurückblättern und mir ein Anmeldeformular suchen, da kann ich dann öfter in euren Gedankenaustausch mit einsteigen.
Wir haben am Samstag noch alles bei trockenem Wetter aufgeräumt und als wir fertig waren, begann der Regen wieder, es konnte doch nicht besser klappen...

Wie weiter im Auwald Laske

Wie weiter im Auwald Laske

Gelungener kulinarischer Abschluss - Danke!

Gelungener kulinarischer Abschluss – Danke!